Im Laufe des Tages reisen Sie nach Frankfurt zum Direktflug nach Kiew. Dort werden Sie am Flughafen abgeholt. Ihr Studiosus-Reiseleiter begrüßt Sie im Hotel. Vor dem Abendessen in einem landestypischen Restaurant unternehmen wir einen ersten Rundgang durch die Stadt. Zwei Übernachtungen.
2. Tag: Goldenes Kiew
„Ich sah das Rom des Nordens“, schrieb Balzac und schwärmte von den 300 Kirchen in Kiew. Plattenbauten gab es damals noch nicht. Aber ein Tor in der „Mutter aller russischen Städte“ will jeder sehen: das Goldene Tor von Kiew, in Töne gesetzt durch Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“. Die Wladimirstraße mit dem Hauptquartier der Geheimpolizei führt uns zur Sophienkathedrale (UNESCO-Kulturerbe). Auf dem Krestschatik-Boulevard tauchen wir ein ins ukrainische Alltagsleben und gehen auf die Spur der „orangen Revolution“. Was macht Julia Timoschenko eigentlich heute? Und wo wohnen die Klitschkos? Bei Kerzenlicht steigen wir dann ins Tunnellabyrinth des Höhlenklosters (UNESCO-Kulturerbe).
Optional Es muss nicht immer unser Programm sein. Ihr Reiseleiter hat immer wieder Alternativen für Sie parat. Statt Krestschatik-Boulevard und Höhlenkloster lieber weitere Kirchen? Eine der schönsten Kirchenkuppeln glänzt über der Andreaskirche! Der Petersburg-Baumeister Rastrelli erbaute sie im Auftrag von Zarin Elisabeth. Auch auf dem Weg: das Haus des Schriftstellers Michail Bulgakow! Gondeln Sie danach gemütlich mit der Standseilbahn in die Oberstadt!
3. Tag: Von Kiew nach Brody
Brody ist jiddisch geprägt. Wie sah das Leben osteuropäischer Juden aus? Ihre Welt des Schtetls schildert „Yentl“, der Oscar-gekrönte Musicalfilm mit Barbra Streisand, voller Wärme. In Brody wurde der jüdische Schriftsteller Joseph Roth geboren, und hier spielt sein Roman „Radetzkymarsch“. Wir sehen das Gebäude, in dem er zur Schule ging, und betrachten die Ruine der Großen Synagoge. Danach heißt es: Auf nach Lemberg (Lwiw)! 550 km. Zwei Übernachtungen in Lemberg.
4. Tag: Lembergs Vielvölkerkultur
Nach einem späten Frühstück stürzen wir uns ins Vergnügen: In Lembergs Altstadt (UNESCO-Kulturerbe) hängt noch viel Habsburg-Stuck an den Hausfassaden. Drei Kathedralen von drei Religionsgemeinschaften prägen die Silhouette. Kontrastprogramm dazu: buntes Leben auf dem Markt. Am historischen Lytschakiwski-Friedhof fügt unser Reiseleiter die Namen auf den Grabsteinen ins Puzzle der Vielvölkergeschichte. Polen, Deutsche, Armenier, Russen - viele Nationen schufen prächtige Denkmäler. Am Marktplatz mit seinen Patrizierhäusern genießen wir k. u. k. Charme und Wiener Kaffeehaustradition.
5. Tag: Stanislau und Huzulen
Einen huzulischen „Wild Dance“ hat die ukrainische Sängerin Ruslana in knappem Lederschurz hingelegt und beim Grand Prix 2004 ganz Europa für den Karpatensound begeistert. In einem Freilichtmuseum mit huzulischen Häusern erfahren wir mehr über diese Volksgruppe. Auch in Ivano-Frankivsk (Stanislau) hat der Dreivierteltakt aus Wien noch den Zeichenstift der Architekten geführt. Wir fahren durch die Bukowina und erreichen Chernivtsi (Tschernowitz). Atmen Sie europäische Kultur im Vorland der Karpaten. 310 km. Zwei Übernachtungen.
6. Tag: Tschernowitz - multiethnisches Zentrum
Chernivtsi (Tschernowitz) beherbergte in der einstigen Bischofsresidenz bis zum Zweiten Weltkrieg die östlichste deutsche Universität. Der Ökonom Schumpeter plädierte hier für das Unternehmertum und gegen die Finanzwirtschaft. Wer hat auf ihn gehört? Noch in Harvard schwärmte er von den Frauen im „kleinen Wien“. In der Herrengasse sieht man ihre Nachfahrinnen beim Schlendern und Schauen. Nicht nur der Jugendstil in Tschernowitz ist wirklich anziehend! Nachmittags am jüdischen Friedhof erkennen wir zwischen 50000 Grabsteinen auch die schwarzen Schatten der Vergangenheit.
Optional Statt auf dem jüdischen Friedhof lieber in der Altstadt auf Spurensuche gehen? Architekturstile von byzantinisch bis barock verbergen sich hinter den weinberankten Fassaden. Nur einen Block weiter - die ehemalige armenische Kirche.
7. Tag: In Podolien
Wie das mythische Reitervolk der Sarmaten durchqueren wir die leicht wellige, fruchtbare Landschaft. In beherrschender Stellung über dem Fluss: die Festung Kothyn. Nicht minder beeindruckend: ein Gang durch die gewaltige mittelalterliche Stadtanlage von Kamenets Podilsky, mit der Polen einst seine Südostgrenze schützte. Wir übernachten in Vinnitsia in einem einfachen Hotel. 300 km.
8. Tag: Auf nach Odessa
Wir fahren nach Hellas - in den Sophienpark in Uman. Ein Wohlfühlgeschenk Graf Stanislaw Potockis für seine griechischstämmige Frau Sophia. Weiter durch Bessarabien, wo der Zar einst viele deutsche Bauern ansiedeln ließ. Ihr prominentester Nachfahre: der Exbundespräsident Köhler. Wir erreichen Odessa. „Hier atmet man ganz Europa“, meinte Puschkin. Ob es (wieder) stimmt? Schon bei der Ankunft schnuppern wir die zeitgeistgetränkte Schwarzmeerluft und dinieren gemeinsam im Hotelrestaurant. 425 km. Zwei Übernachtungen in Odessa.
9. Tag: Ode an Odessa
Odessa erstrahlt russischgrün, schmetterlingsgelb und fliederblau. Ums Eck von unserem Hotel stoßen wir auf die Potemkintreppe aus Sergei Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“. Wir bewundern das schönste Opernhaus des Ostens und machen einen Abstecher zur deutschen Kirche, wo uns der Pastor von seiner Gemeindearbeit berichtet. Es gibt sogar ein Bayerisches Haus, dessen Chor für uns singt. Mit den Sängern unterhalten wir uns über Land und Leute. Folgen Sie Ihrem Reiseleiter nun ins archäologische Museum.Unser Abendessen in einem Restaurant begleiten Musiker mit ukrainischer Folklore.
Optional Lust auf Gänsehaut? Dann lassen Sie das archäologische Museum doch einfach aus und tauchen Sie in die Katakomben von Odessa ab - kilometerlange Gänge, in denen sich im Zweiten Weltkrieg Partisanen versteckten! Zum Labyrinth der Gänge gehört ein Partisanenmuseum.
10. Tag: Cherson und Jalta
„Und es gewöhnt sich nicht mein Geist hierher“, klagte Goethes Iphigenie über Taurien. Wir verstehen sie nicht und verweilen kurz in der Taurierstadt Cherson am Dneprdelta bei einem Imbiss. Gestärkt fahren wir in Jalta vor. 580 km. Subtropische Meeresluft, Zikaden umschwirren die Palmen: Im Nizza des Ostens lässt es sich leben! Auf der Promenade wirft sich die neue Mittelklasse in Pose, im Ballkleid oder auf einer Harley-Davidson, und livrierte Kellner servieren Schampanskoje, Krimsekt. Vier Übernachtungen in Jalta.
11. Tag: Auf der Krim
Vormittags die Highlights der Umgebung: Die Romanows liebten den Zarenpalast in Livadia - verständlich! Auch Stalin hielt die Jalta-Konferenz lieber hier ab als in einem Realismus-Bau seiner Prägung … Auf einem Klippenzahn thront hoch über dem Meer das „Schwalbennest“, Märchenschloss eines Ölbarons mit Türmchen, Zinnen und Erkern. Ein Exzentriker war auch Graf Woronzow, wie Sie an seinem Palast in Alupka erkennen. Nachmittags besuchen wir die Datscha des Dichters Anton Tschechow. Stars wie Ralph Fiennes und Kenneth Branagh wollen sie jetzt vor dem Verfall retten. 50 km.
Optional Statt die Dichter-Datscha zu besuchen, wollen Sie heute lieber die Badehose auspacken? Dann verbringen Sie den Nachmittag am Strand und baden Sie im Schwarzen Meer! Sandalen wären gut am Kieselstrand. Trotz der Steine schwärmt jeder von der blauschwarzen Färbung des Wassers. Es ist warm und dennoch erfrischend.
12. Tag: Orientzauber in Bachtschissarai
Eine Krim-Landpartie führt uns zum märchenhaften Khan-Palast der Krimtataren in Bachtschissarai. Die gefürchteten Krieger machten ihn 300 Jahre lang zum islamischen Zentrum der Ukraine. Als dann die Zaren dort das Zepter schwangen, besang Puschkin den Tränenbrunnen: „Du wunderbarste der Fontänen, / Von Liebe flüsternd Tag und Nacht, / Versiegst du nie gleich Dichtertränen …“ Zwar stehen die Tataren nicht wieder vor der Tür, aber den Islam beobachtet die Ukraine aufmerksam. Immerhin: Die Khane duldeten den orthodoxen Glauben. Der Metropolit durfte in der Uspenski-Höhlenkirche residieren, die wir uns erlaufen. Entdecken Sie abends auf eigene Faust Ihr Lieblingslokal im schicken Jalta! 160 km.
13. Tag: Sewastopol und Bootsodyssee
Im Hafen von Sewastopol liegt immer noch die russische Schwarzmeerflotte - ein Dauerkonflikt. Ihr Reiseleiter geizt nicht mit Hintergrundwissen um Pachtverträge und Ähnliches. Aber eigentlich ist Sewastopol auf dem Weg zum Freizeitparadies: Der Nachwuchs fährt ganz unsoldatisch mit dem Sportboot aufs Meer. Wir besuchen die Ruinen der antiken Stadt Chersones, die Wladimirkathedrale und in Balaklawa die „Bucht ohne Sturm“, wie sie in Homers „Odyssee“ heißt. Den Sturm brauchen wir auch bei unserer Bootstour nicht, wir wollen den Ausblick genießen. Abends stoßen wir in einem Restaurant noch einmal mit Schampanskoje an. Busstrecke 190 km.
14. Tag: Abschied von der Krim
Für Ihren Transfer zum Flughafen in Simferopol ist gesorgt. 90 km. Von dort fliegen Sie zurück in die Heimat.
Erklärtes Ziel von Studiosus ist es, zum Kennen- und Verstehenlernen anderer Länder, Menschen und Kulturen beizutragen und dabei innere und äußere Grenzen zu überschreiten. Alle Reisen müssen den hohen Erwartungen der Kunden gerecht werden, müssen von sozialer Verantwortung geprägt sowie ökologisch vertretbar sein.







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